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Free Swiss Tibetans
རང་དབང་སུས་སི་བོད་པ་s
 
Eine Anregung
von vielen Tibeter'innen, gefördert vom Solidaritätsnetz Bern
 

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Abgewiesene Tibeter dürfen nicht bleiben – aber können nicht gehen!

Fast 8000 Tibeterinnen und Tibeter leben in der Schweiz, einem Teil von ihnen wird jedoch das  Bleiberecht abgesprochen. Als abgewiesene Asylsuchende leben sie von der Nothilfe. Weil ihnen Papiere fehlen und ihnen in China Verfolgung und Folter drohen, können sie nicht ausreisen. In der Zwischenzeit haben sie sich in der Schweiz hervorragend integriert. Um ihnen eine Perspektive in der Schweiz zu ermöglichen, reichte die Arbeitsgruppe „Free Swiss Tibetans“ am 9. Dezember beim Migrationsdienst Bern über 20 Härtefallgesuche für sie ein. Das SRF Echo der Zeit und die Berner Zeitung berichteten.
 

Die Einflussnahme Chinas weitet sich immer mehr aus. Menschenverachtend gegenüber Uiguren, aber auch seit Jahrzehnten gegenüber Tibeterinnen und Tibetern. Viele abgewiesene Flüchtlinge aus Tibet leben seit mehreren Jahren unter schwierigsten Umständen, jeglicher Perspektive beraubt, in der Nothilfe. Eine Sackgasse,s in der die Menschenrechte auf der Strecke bleiben. Die lähmende Situation dieser betroffenen Frauen, Kinder und Männer hier in der Schweiz muss endlich geregelt werden! Daher reichen wir am 9. Dezember über 20 Härtefallgesuche für sie ein.

Wenn die Menschen im Tibet ihre Kultur und Religion leben, werden sie von China wie Verbrecher behandelt. Um nicht in die Folter-Gefängnisse zu müssen, bleibt ihnen oft nur die Flucht. Damit sie nicht gleich im benachbarten maoistisch regierten Nepal wieder nach China ausgeliefert werden, müssen sie ihre Identitätsausweise zurücklassen und sind dann papierlos.

Entsprechend ihrer humanitären Tradition heisst die Schweiz seit 60 Jahren Tibeter und Tibeterinnen willkommen. Beispiele wie die Arbeit des Kinderdorfes Pestalozzi sind unter anderem ein Grund dafür, dass sie ihre Flucht manchmal in die Schweiz führt. So lebt die grösste tibetische Exilgemeinde in Europa in der Schweiz.

Seit dem Freihandelsabkommen Schweiz-China, in Kraft seit dem 1. Juli 2014, werden aber nur noch halb so viele Tibeterinnen und Tibeter als Flüchtlinge anerkannt. Neu müssen sie beweisen, dass sie aus dem Tibet stammen, was ohne Papiere und der Unmöglichkeit, eine Herkunftsbestätigung von China zu bekommen, fast aussichtslos ist. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat beschlossen, ihnen nicht mehr zu glauben und sie wegzuweisen. Es unterstellt ihnen, möglicherweise aus dem Exil in Nepal oder Indien zu stammen. Doch als faktisch staatenlose Sans-Papiers können sie nirgendwo hin ausreisen und eine Ausschaffung wäre ungesetzlich und gefährlich. Auch die indische oder nepalesische Botschaft weigert sich, ihnen Papiere auszustellen, da sie natürlich nicht belegen können, dort legal gelebt zu haben. Die Rückkehrberatungsstelle Bern bescheinigte ihnen sogar, dass der Mond der einzige Ort sei, wohin sie noch legal ausreisen dürften. Eine irrwitzige Situation!
 
Als abgewiesene Asylsuchende ohne Identitätspapiere werden sie nun ebenfalls in der Schweiz wie Verbrecher behandelt und können jederzeit gebüsst oder gefangen genommen werden. In sogenannten Rückkehrzentren, weit weg von sozialer Teilhabe oder zivilgesellschaftlicher Hilfe und durch Arbeitsverbot in Zwangsarmut versetzt, fristen sie ein hoffnungsloses Leben in Halbgefangenschaft und verelenden mit den Jahren. Dabei werden ihnen Grund- und Menschenrechte wie der Schutz vor Willkür, Bewegungsfreiheit, der Schutz der Kindsentwicklung sowie das Recht auf Ehe und Familie verwehrt. Zynischerweise wird es „Nothilfe” genannt, was keine Hilfe in der Not ist, sondern in Wirklichkeit staatlich verordnete Not bedeutet. Die von den Behörden auch so erklärte Absicht ist ein jahrelanges psychisches Zermürben, um den Ausreisedruck zu erhöhen und die Attraktivität der Schweiz zu mindern.

Unverständlich ist auch, warum gerade Regierende und Behördenmitglieder auf eine so wirtschaftsfeindliche, harte und teure Asylpolitik setzten. Lehrlinge werden den Betrieben entrissen und Ausbildungen vor dem Abschluss abgebrochen, wenn das SEM seinen Negativentscheid fällt. Diesen Menschen, die hier bleiben müssen, da sie nirgends hin können, wird auch staatlich verordnet verboten, AHV oder Sozialbeträge zu entrichten, sodass sicher auch noch in Zukunft sehr hohe Kosten anfallen werden. Wird sich unsere Regierung in einigen Jahren bei den Betroffenen wieder offiziell entschuldigen müssen? Selbst Christoph Blocher schlug vor: "We sie de scho da si, sölle si au schaffe“.

Viele Tibeterinnen und Tibeter sind seit ihrer Ankunft in der Schweiz darum bemüht, sich zu integrieren – trotz der erschwerten Bedingungen in der Nothilfe. Sie engagieren sich freiwillig, wirken in verschiedenen Organisationen mit und lernen die deutsche Sprache. Vielmehr noch als nur abgewiesene Asylsuchende und Nothilfebeziehende sind sie auch freiwillige Pflegerinnen, Mitspieler im Fussballverein, Tibetisch-Lehrer, Helferin in einem Brockenhaus, Mutter oder Vater, Freundin oder Partner. Sie sind heute bereits Teil unserer Gesellschaft. Es wird Zeit, dass ihr Aufenthaltsstatus diesem Umstand gerecht wird. Für die missliche Lage der betroffenen Tibeterinnen und Tibetern gilt es deshalb Auswege zu finden. Und diese gibt es bereits!



Auf Anregung vieler Tibeterinnen und Tibeter haben wir nun über 20 Härtefallgesuche für eine Aufenthaltsbewilligung verfasst, die wir am 9. Dezember beim Migrationsdienst Bern zusammen mit einem von 500 Unterstützern gezeichneten Brief einreichten.


Tibeterin, 32 Jahre alt, seit mehr als 7 Jahren in der Schweiz ohne Papiere, ohne Möglichkeiten: 
 
«Mein Leben – ich meine so viele Jahre lang ohne Papiere - ist sehr stressig. Ich versuche nicht daran zu denken, aber das ist schwer, denn ich werde oft automatisch daran erinnert. Wenn ich Polizisten sehe, habe ich Angst. Ich würde gerne arbeiten, die Sprache lernen, für mich selbst sorgen und meinen Freund heiraten dürfen und eine Familie gründen. Was ist schon ein Leben ohne Familie? Manchmal fühle ich mich nichts wert...
 
Mein Herz fühlt sich irgendwie schwer an. Überall auf dieser Welt sind wir Tibeter Flüchtlinge und das macht mich traurig. Solange Tibet nicht frei ist, wird sich das nicht ändern. Seit mehr als 7 Jahren bin ich nun hier, ohne Papiere. Aber was soll ich tun? Wo soll ich hin? Ich hoffe Sie verstehen meine Situation etwas...
Vielen Dank fürs Zuhören.»

Aus einem Interview mit einer Tibeterin, 35 Jahre alt, seit mehr als 6 Jahren papierlos in der Schweiz: 
 
Wie würdest du dein Leben im Moment beschreiben?

«Ohne Hoffnung. Es gibt nichts zu wünschen. Ich fühle mich schwach. Das Leben verläuft einfach so vor sich dahin»
 
 Was bedeutet es für Dich, ohne Papiere zu leben?
«Das ist sehr anstrengend. Manchmal, wenn ich nach draussen gehe, fühle ich mich nicht wie ein normaler Mensch. Normale Menschen können arbeiten, können Dinge tun, in denen sie gut sind, dürfen Dinge machen... ich liebe es z.B. zu kochen und Kinder zu hüten und alten, bedürftigen Menschen zu helfen. Aber selbst wenn ich wollte und könnte, darf ich nicht.»
 
Wenn du könntest, was wünschst du Dir?
«Ich wünsche mir so sehr, Papiere zu bekommen und mir dann ein eigenes Leben aufzubauen. Für mich selbst zu sorgen, so wie es andere Menschen auch für Ihr Leben tun»
Weitere Portraits von Tibeterinnen als PDF von DolkerTseringLhamo und Lhantse.


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Am Mittwoch, den 18. Dezember ab 17:30, findet Zentrum 5 (Flurstrasse 26b, Bern) ein Soli-Momo-Essen statt. Wir freuen uns, viele von Euch dort zu sehen! Um die Planung zu erleichtern, bitten wir um eine Anmeldung. Hier der Flyer zum Download.



Tibeter'innen können nicht in ihre Heimat zurück
und legal auch nicht in einen sicheren Drittstaat

Unser Nothilfe-Regime ist entmenschlichend
und missachtet die Grund- und Menschenrechte

Folgen wir unserer humanitären Tradition
und zeigen den Tibeter'innen wieder ein offenes Herz

 


>>>  Medienbeiträge zum Thema



Wichtige Links:

Solidaritätsnetz Bern
für Menschen ohne geregelten Aufenthalt, koordiniert auch die Arbeitsgruppe Free Swiss Tibetans

Tibetische Sans-Papiers-Gemeinschaft Schweiz
verteidigt die Rechte der abgelehnten tibetischen politischen Asylsuchenden
 
Shenpen -  Anlaufstelle von Tibetern für Tibeter
གཞན་ཕན་ „anderen helfen“ ist ein Projekt des Vereins Tibeter Jugend
in Europa VTJE
 
Lamtön – Engagement für tibetische Flüchtlinge
ལམ་སྟོན་
„Anleitung“ der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft GSTF

Parlamentarische Gruppe Tibet
unterstützt von der
Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft GSTF


Tibeter Gemeinschaft der Schweiz & Liechtenstein
Die TGSL vertritt die tibetische Gemeinschaft bei uns


Gesellschaft für bedrohte Völker - GfbV
Rechte für Tibeterinnen und Tibeter auch in der Schweiz!


China inkl. tibetischer Regionen
Länderberichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH -
Flüchtlinge schützen - Menschenwürde wahren

Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers
berät und informiert Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung

Give A Hand
hilft Migrant'innen, koordiniert die Aktionsgruppe Nothilfe: Langzeit-Nothilfe - eine Sackgasse für alle!
 
Alle Menschen
hilft Abgewiesenen ohne Rückkehrmöglichkeit in Biel

riggi-asyl
Flüchtlingsarbeit Riggisberg

Doku-Comic "Unsichtbar"
Gezeichnete Geschichte der Erlebnisse eines Eritreers, die berührend an die Situation der Tibeter'innen erinnert.



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Manjushri


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℅ Solidaritätsnetz Bern
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3027 Bern

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